Sehr geehrter Herr Bundesminister Wissing,
der genaue Streckenverlauf der geplanten, umsteigefreien ICE/TGV-Schnellstrecken-Verbindung zwischen Berlin und Paris wurde in den vergangenen Wochen breit und kontrovers diskutiert.
Die andauernde Debatte über die letztendliche Streckenführung liegt wohl nicht zuletzt darin begründet, dass mit den beiden zur Disposition stehenden Varianten – der nördlicheren Variante über Kaiserslautern und Saarbrücken sowie daneben jener Variante über Karlsruhe und Straßburg – gleichermaßen Vor- und Nachteile einhergehen.
Die aktuellen von der französischen Staatsbahn SCNF sowie der Deutschen Bahn ausgehenden Signale, wonach eine Streckenführung über Saarbrücken nach aktueller Planung die wahrscheinlichere Option darstellt, möchten wir, die Landtagsabgeordneten für die Stadt Karlsruhe gemeinsam mit den GRÜNEN Karlsruher Gemeinderät:innen, zum Anlass nehmen, uns eindringlich für den südlicheren Streckenverlauf mit Halten in Karlsruhe und Straßburg auszusprechen.
Gerade aufgrund der Charakteristik Karlsruhes als infrastruktureller Knotenpunkt im Südwesten Deutschlands sowie der überregionalen Bedeutung Straßburgs – symbolisch im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft und ganz greifbar durch den dortigen Sitz des Europaparlaments – erscheint uns eine Einbindung dieser beiden Städte in die geplante Schnellstrecke als überaus plausibel und relevant.
Diese Relevanz gilt nicht nur für uns vor Ort in Karlsruhe – vielmehr lässt sie sich im Sinne eines leistungsfähigen europäischen Schienennetzes und damit einhergehend einer Stärkung des europäischen Zusammenhalts überregional übertragen. Dieses Ziel wird auch von der Initiative „Main Line for Europe“ für eine leistungsfähige Schienenverbindung zwischen Paris und Budapest/Bratislava unterstützt.
In die Überlegungen der detaillierten Streckenführung einbezogen werden sollten über die genannten Aspekte hinaus auch die mit einer etwaigen Anbindung von Mannheim, Karlsruhe und Straßburg an die geplante Schnellstrecke einhergehenden Potentiale hinsichtlich der angestrebten Mobilitätswende.
Eine auf diesem Wege gesteigerte Attraktivität des Angebots des öffentlichen Fernverkehrs birgt die reelle Chance, entlang der Oberrheinschiene sehr viel mehr Menschen für die klimafreundlichere Alternative Bahn zu begeistern.
Wir würden uns sehr freuen, wenn die aufgeführten Hinweise und Aspekte einmal
mehr in die Entscheidung zum letztendlichen Streckenverlauf der Schnellstrecke einbezogen werden und es mit dem Projekt gelingt, den Ausbau der europäischen Vernetzung bestmöglich zu fördern.
Wir bedanken uns für Ihre Antwort und stehen für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Salomon MdL
Ute Leidig MdL
Aljoscha Löffler
Die Antwort von Herrn Bundesminister Dr. Volker Wissing finden Sie hier.
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