Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut,
manche Jugendliche sind durch die regulären Systeme schwer erreichbar: Sie erscheinen nicht mehr in der Schule oder in der Berufsschule, bemühen sich nicht um einen Ausbildungsplatz oder finden keinen Weg in das reguläre Arbeitsleben. Bereits vor der Corona-Pandemie bedurfte es großer gemeinsamer Anstrengungen von Schule, Ausbildungsbetrieb / Betrieb und JobCenter, um diesen Jugendlichen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihren Weg in die Berufswelt erfolgreich gehen können.
An uns wurde die Beobachtung herangetragen, dass es durch die Corona-Pandemie noch schwieriger wurde, diese Jugendlichen zu erreichen. Eine konkrete Sachlage ist uns jedoch nicht bekannt. Daher bitten wir Sie in folgenden Punkten um Auskunft und nähere Angaben:
- Wie schätzt das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus die durch Corona verschärfte Situation von schwer zu erreichenden jungen Menschen zwischen 18 und 25 ein?
- Wie hoch schätzt das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus die Anzahl der Jugendlichen ein, die schwer zu erreichen sind oder die gar „vom Radar“ verschwunden sind? Inwieweit hat sich der Anteil der schwer erreichbaren Jugendlichen im Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie verändert?
- Inwieweit liegen Ihnen Zahlen oder Schätzungen darüber vor, wie viele junge Menschen keinen Schulabschluss erlangen und/oder keine Ausbildung durchlaufen? Inwieweit hat sich diese Zahl im Vergleich zu der Zeit vor Corona verändert?
- Inwiefern plant das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, die schwer erreichbaren Jugendlichen in dieser besonderen Situation zu unterstützen und bestehende Programme auszubauen?
- Vor der Corona-Pandemie hat sich bereits gezeigt, dass die schwer erreichbaren Jugendlichen dann erfolgreich unterstützt werden können, wenn Sozial- und Jugendbehörden und Jobcenter im Einzelfall eng kooperieren. Inwiefern gibt es Pläne, diese Zusammenarbeit in dieser besonderen Situation auszubauen?
Uns ist bewusst, dass die Zuständigkeiten für die schwer erreichbaren Jugendlichen nicht allein im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus liegen; mitunter sind die Grenzen zum Ministerium für Kultus, Jugend und Sport fließend. Wir erlauben uns daher, Frau Ministerin Schopper ein gleichlautendes Schreiben zu schicken.
Wir bedanken uns für Ihre Antwort und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ute Leidig MdL
Alexander Salomon MdL
Die Antwort von Frau Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut finden Sie hier.
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